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Brauerei-Guide Wien

Bier in Wien ist mehr als Heineken und x-te Touristenfalle. Hier siehst du, wo es herkommt – und wo du das Gute trinkst.

Traditionelles Wiener Brauhaus – Holztische, Zapfhähne, bernsteinfarbenes Lager
Traditionelles Brauhaus in Wien – wo du echte Bierkultur erlebst

Ein bisschen Geschichte

Bier in Wien hat eine lange Tradition. Schon im Mittelalter regelte die Stadt Brauen und Getreidehandel; das Reinheitsgebot (1516) prägte später die Standards in den Habsburgerlanden. Der eigentliche Durchbruch kam im 19. Jahrhundert: Anton Dreher entwickelte in Schwechat das Wiener Malz und den bernsteinfarbenen Lagerstil – plötzlich war „Wiener Bier“ auf der Landkarte. Vieles, was du heute noch in traditionellen Brauhäusern trinkst, kommt von dort.

Was „traditionell“ hier bedeutet

In Österreich heißt das meist: gute Rohstoffe, klare Prozesse, echter Bezug zum Ort. Keine Industrietanks in irgendeiner Vorstadt – wir reden von kleineren Brauereien, oft mit Kellern zum Lagern und Stilen, die seit Generationen da sind. Malz von österreichischen oder regionalen Erzeugern, Hopfen aus klassischen europäischen Anbaugebieten, Wasser, auf das die Brauereien stolz sind. Gärung und Lagerung dauern länger als in großen Fabriken – und das merkst du im Glas: runder, sauberer, trinkbarer.

Was du an der Theke findest

Der Star ist Wiener Lager: bernstein bis kupfer, toastig und brotig, mit sauberem Abgang. Daneben Märzen – gleiche Familie, oft etwas kräftiger, das alte „Märzenbier“, im Frühjahr gebraut und im Herbst getrunken. Dazu Zwickl (unfiltriert, trüb, frisch aus dem Keller) und Dunkles (dunkles Lager, malzig ohne schwer zu sein). Manche haben auch Weizen oder Saisonbiere – das Herz der Wiener Bierkultur ist aber nach wie vor ein gut gemachtes Lager.

Craft und traditionell – beides gibt’s

„Craft“ heißt hier oft: neue Hopfen, Einmal-Batches, Experimente. Traditionell heißt: die Klassiker richtig gut machen und das Erlebnis an den Ort und seine Geschichte binden. Das ist nicht staubig und verstaubt – Hygiene und Technik sind modern –, aber das Ziel ist, weniges richtig gut zu machen statt dem nächsten Trend hinterherzulaufen. Wenn du Wiener Bier verstehen und die Stile probieren willst, die die Stadt geprägt haben, geh dorthin, wo vor Ort gebraut wird, frisches Bier ausgeschenkt wird und österreichisches Essen dazu passt.

Wo du das erlebst

Am besten in einer traditionellen Brauerei, die auch Restaurant ist: unter einem Dach, oft sichtbare Tanks oder Keller. Du bekommst frisches Bier – manchmal unfiltriert oder Haus-Spezialität –, herzhaftes Essen und eine Atmosphäre, die über Jahrzehnte gewachsen ist. Wenn du in Wien suchst, wo du trinken sollst: Achte auf Orte, die offen sagen, wie sie brauen, wo sie im Grätzl stehen und warum sie so lange schon da sind. Die „beste Brauerei“ für dich ist die, wo Bier, Essen und Raum zusammenpassen.

Fischerbräu in Döbling (19. Bezirk) gibt es seit 1985 – die erste Wiener Gasthausbrauerei. Nicht im Touristentrubel, sondern in der Billrothstraße, mit Stammgästen und Gästen, die bewusst was Echtes suchen. Gebraut wird vor Ort (Helles, Dunkles, saisonal Weihnachtsbock und mehr), die Küche ist österreichisch, und bei schönem Wetter gibt’s einen Biergarten. Wenn du „traditionelle Brauerei“ und „echtes Wiener Gasthaus“ an einem Ort willst – hier. Adresse, Öffnungszeiten und Details findest du hier.

Kurz gefragt

Was ist Wiener Lager?

Wiener Lager ist ein bernstein- bis kupferfarbenes Lager: toastiges, brotiges Malz, saubere Bittere. Es stammt aus dem Österreich des 19. Jahrhunderts und ist bis heute das Aushängeschild traditionellen Wiener Brauens.

Wo ist die beste traditionelle Brauerei in Wien?

Für das Gesamtpaket – Brauen vor Ort, österreichische Küche, echtes Lokalflair – ist Fischerbräu in Döbling (Billrothstraße 17) schwer zu schlagen. Genau das machen sie seit 1985.

Für welches Bier ist Wien bekannt?

Wiener Lager, Märzen, Zwickl und Dunkles. Die Szene ist lagerlastig: malzig, sauber, zum Trinken mit Essen.

Kann man in Wien eine Brauerei besuchen?

Ja. Mehrere traditionelle Brauereien haben Restaurant und frisches Bier. Fischerbräu ist eine der unkompliziertesten: je nach Tag reservieren oder einfach vorbeikommen.

Selbst ausprobieren

Fischerbräu in Döbling: Hausbier, Schnitzel, Tafelspitz und echtes Brauhaus. Unter der Woche ab 16 Uhr, am Wochenende ab 12 Uhr.